Motorrad waschen und pflegen – aber Richtig

Motorrad waschen und pflegen aber richtig Motorrad waschen und pflegen aber richtig
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Nach etlichen Touren mit dem neuen Bike steht jetzt die erste Wäsche bevor. Ich bin eigentlich kein Putzmuffel, doch viel es mir Schwer einfach zu einer Selbstbedienungswaschanlage zu fahren und mit dem Hochdruckreiniger loszulegen. Doch die regelmäßige Reinigung der Maschine dient schliesslich der Sicherheit und beugt Wertverlust vor. Auf jeden Fall muss das Bike vor dem Überwintern gründlich gewaschen werden. Also wie macht man das am Besten, schliesslich kann man ja nicht einfach durch die Autowaschanlage fahren. Aus Umweltgründen sollte man jedoch auf jeden Fall zu einer offiziellen Selbstbedienungswaschanlage fahren. Die besitzen neben Ölabscheider zudem auch Auffangvorrichtungen für Grobschmutz und eine besondere Abwasserentsorgung.

Ich habe dazu als erstes mal in der Bedienungsanleitung der Yamaha XJ6 Diversion F nachgesehen:

Pflege
Während die offene Bauweise einerseits die attraktive Technologie sichtbar macht, hat sie andererseits den Nachteil, dass das Motorrad ungeschützt ist. Obwohl nur hochwertige  Materialien verwendet werden, sind die Bauteile nicht korrosionssicher. Während bei Automobilen beispielsweise ein korrodierter Auspuff unbeachtet bleibt, fallen schon kleine Rostansätze an der Motorrad-Auspuffanlage unangenehm auf. Regelmäßige, richtige Pflege ist nicht nur eine Bedingung für Garantieansprüche, sondern Ihr Motorrad wird auch besser aussehen, länger leben und optimale Leistungen erbringen.

Vorbereitung für die Reinigung

  1. Die Schalldämpferöffnung abkühlen lassen und dann mit einer Plastiktüte abdecken.
  2. Sicherstellen, dass alle Kappen und Abdeckungen, sowie alle elektrischen Stecker und Anschlussbuchsen, einschließlich der Zündkerzenstecker, fest sitzen.
  3. Auf stark verschmutzte Stellen, die z.B. durch verkrustetes Motoröl verunreinigt sind, einen Kaltreiniger mit dem Pinsel auftragen, aber niemals Kaltreiniger auf Dichtungen, Kettenräder, die Antriebskette und Radachsen auftragen! Kaltreiniger und Schmutz mit Wasser abspülen.

Reinigung

  • Nach normalem Gebrauch
    Schmutz am besten mit warmem Wasser, einem milden Reinigungsmittel und einem sauberen, weichen Schwamm lösen, danach gründlich mit sauberem Wasser spülen. Schwer zugängliche Stellen mit einer Zahnbürste oder Flaschenbürste reinigen. Hartnäckiger Schmutz und Insekten lassen sich leichter entfernen, wenn zuvor ein nasses Tuch einige Minuten lang auf die verschmutzten Stellen gelegt wird.
  • Nach Fahrten im Regen, auf Straßen, die mit Salz bestreut wurden oder in Küstennähe
    Da Meeressalz und Streusalz in Verbindung mit Wasser extrem korrosiv wirken, führen Sie bitte nach jeder Fahrt in Regen, Küstennähe oder auf gestreuten Straßen folgende Schritte durch.

Elementare Fehler

Einer davon ist das beharrliche Ignorieren der Anwenderhinweise bei Reinigungs- und Pflegeprodukten.

Es macht eben doch einen Unterschied, ob ein Reiniger direkt nach dem Aufsprühen, nach kurzer oder eben längerer Einwirkzeit abgespült werden soll. Besonders heikel: das Überschreiten der maximalen Einwirkzeit, was oft ganz unbewusst geschieht, wenn nämlich Reinigerreste an versteckten Stellen zurückbleiben. Besonders lösungsmittelhaltige Produkte können dann die fatale Eigenschaft haben – und das ggf. erst nach Jahren -, für Spannungsriss-Korrosion zu sorgen. Verkleidungsrückseiten und abgedeckte Verschraubungen sind besonders gefährdet.

Wer die Kunststoffteile seines Motorrads mit vermeintlichen Geheimtipps aus Opas Mottenkiste behandelt (z. B. Kalt- oder Bremsenreiniger) darf sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch schon sehr viel früher über Auflösungserscheinungen ärgern. Wer dagegen ganz auf Nummer sicher gehen will, achtet peinlich genau darauf, nur Mittel zu verwenden, bei denen vom Anbieter garantiert wird, dass Spannungsrisse vermieden werden – Stichwort „Polycarbonatverträglichkeit“.

Letztlich kommt man an den modernen Hochdruckreiniger nicht vorbei. Sie sind allerdings fürs Zweirad nicht nur ein Segen. Durch den extremen Druck kann Wasser selbst in kleinste Ritzen und in Lager eintreten und Fett ausspülen, deshalb sollte genügend Abstand eingehalten werden und die Benutzung bei Problemzonen gemieden werden. Dazu zählen Radnaben, Schwinge, Lenkkopflager, Hebelgelenke, Öl- und Wasserkühler oder auch O-Ring-Ketten. Hier empfiehlt sich die gute alte Handwäsche mit Schwamm oder weicher Bürste und danach ein „sanftes“ Abspülen.

Vorsicht auch bei Reifen. Werden Pneus aus kurzer Distanz und zu lange an einer Stelle mit dem Dampfstrahler bearbeitet, können unsichtbare Vorschädigungen entstehen. Im Hochgeschwindigkeitsbereich oder bei längeren Autobahnetappen führen solche „Sollbruchstellen“ zu fatalen Folgen.

Dosierter Einsatz des Dampfstrahlers, eine vorherige „Einweichung“ von starkem Schmutz mit Schaum oder entsprechenden Kaltreinigern sowie die Nutzung der Schaumbürste mit fließendem Wasser sind allemal besser. Wer mit mitgebrachtem Schwamm und verschiedenen Bürsten arbeitet, bekommt nicht nur schwer zugängliche Stellen sauber: Er bemerkt auch lose Schrauben oder Speichen und hat andere Verschleißteile im Blick.

So, nach dieser Anleitung ist wohl alles klar. Man packt einen Eimer, Schwämme, Lederlappen und die diversen Reiniger in einen grossen Rucksack, fährt zu seiner Selbstbedienungswaschanlage der Wahl und fängt mit der oben beschriebenen Prozedur Nach normalem Gebrauch an. Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit kommt der Hochdruckreiniger zu Einsatz, der mit gebührenden Abstand die Reinigungsmittel wieder abspült.

Nach dem Waschgang kommt die Trocknung. Die ist vor allem vor dem Überwintern ganz wichtig. Wer alles gut abledert und schlecht zugängige Stellen per Luftstrahl aus dem Kompressor von Wasser befreit, beugt Rostbildung vor. Gleiches gilt für die Konservierung der Metallteile mit einem Sprühöl. Für Chrom- und Aluteile gibt es spezielle Hochglanz-Polierwatte, die mit Polierflüssigkeit getränkt ist. Für alle lackierten Fahrzeugteile kann handelsübliches Hartwachs mit weichem Tuch oder Polierwatte aufgetragen werden, um die Oberfläche zu versiegeln. Für Plastikteile gibt es entsprechende Produkte oder Polituren, unlackierte Teile können auch mit Cockpit-Spray aus dem Autobereich gepflegt werden.

Erzählt mir mal, wie eure Waschprozedur aussieht?

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